Täglich treffen Hilfstransporte in Rheinbach ein

Das Hilfszentrum in der Rheinbacher Pallottikirche hat in den letzten Tagen die Versorgung der Hilfsbedürftigen übernommen. Initiiert wurde die Hilfsaktion durch Adi Becker, Markus Pütz, Dorothee Götte, Dr. Timo Wilhelm-Buchstab und den gebürtigen Rheinbacher Dr. Norbert Röttgen, MdB. Altbürgermeister Stefan Raetz war begeistert von der Idee und nahm direkt Kontakt mit dem neuen Eigentümer der Pallottikirche auf, der Raetz umgehend die Schlüsselgewalt über das Gebäude übertrug. Durch einen breit angelegten Aufruf in den sozialen Medien meldeten sich viele Helfer*innen, die sich täglich von 9 bis 18 Uhr um die Bedürftigen kümmern. Auch Anita Skierski, ehemalige Rheinbacherin, wohnhaft in Köln, meldete sich als Helferin und avancierte schnell zur zentralen Koordinatorin der aus ganz Deutschland eintreffenden Hilfsgüter. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sie ein Netzwerk mit insgesamt 15 Hilfszentren und verteilt, wie in einem Logistikzentrum, LKWs mit Lebensmittel, Kleidung, Elektrogeräten etc. nach aktuellem Bedarf. „Die zentrale Verteilung ist von enormer Wichtigkeit, da die Hilfsmittel koordiniert an die Bedarfspunkte gebracht werden müssen. Wir haben es geschafft ein System aufzubauen, das den täglichen Bedarf auf Abruf gezielt decken kann. Hier ist die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen, der Bundeswehr und der Polizei von entscheidender Bedeutung!“, so Skierski. Besonders bemerkenswert ist der Einsatz der freien evangelischen Kirchengemeinde, die auch diesem Netzwerk angeschlossen ist, die tagtäglich mit hunderten Helfern in Rheinbach, im Kreis Ahrweiler und Bad Münstereifel im Einsatz sind und den betroffenen Menschen vor Ort aktiv helfen. Die Bundeswehr unterstützt mit schwerem Gerät und Manpower die Helfer*innen und übernehmen Transport und Lagerung der Hilfsgüter. Auch Oliver Wolf, der in Rheinbach Lagerflächen und Logistik zur Verfügung stellt, unterstützt das Projekt. Mittlerweile wurde auch ein zweites Hilfszentrum in Oberdrees eröffnet und wird durch das Rheinbacher Hilfszentrum versorgt. Die Hauptaufgabe der Helfer*innen vor Ort besteht in der Sortierarbeit der eintreffenden Güter und die Listung und der Verleih von Großgeräten, wie Aggregaten, Trocknungsgeräten u.v.m. „Aufgrund der Produktvielfalt gilt es den Überblick zu behalten.“, erklärt Dorothee Götte. „Wir versuchen alle Wünsche der Betroffenen zu erfüllen und bieten sämtliche Produkte des Erstbedarfs. Von Produkten der täglichen Hygiene, über Werkzeuge, Lampen, Generatoren, Küchengeräte etc. wird alles im Hilfszentrum vorgehalten.“ berichtet Koordinator Adi Becker. Täglich verlassen mehrere Versorgungsfahrzeuge das Zentrum und versorgen die umliegenden Ortschaften. Alfred Eich hat diesen „Lieferdienst“ in seiner Verantwortung und ist mehrere Stunden unterwegs und beliefert die umliegenden Hilfszentren in Flerzheim, Oberdrees und Odendorf. Hendrik Tenorth hatte sich umgehend nach der Katastrophe aus Osnabrück mit einem umgebauten Feuerwehrauto auf den Weg in seine Heimatstadt gemacht und sicherte dem Hilfszentrum die Stromversorgung über sein Fahrzeugaggregat. Stefan Raetz ist stolz auf die Leistung des Hilfszentrums. Der Altbürgermeister hat in den vergangenen Tagen alle Hebel in Bewegung gesetzt um Hilfe für Rheinbach zu organisieren und ist wichtiges Bindeglied zu Krisenstab, Verwaltung und Hilfsdiensten. Nur durch die große Unterstützung durch die Helfer*innen aus Nah und Fern konnte in den vergangenen Tagen das Hilfszentrum in der Pallottikirche unterhalten werden. Es werden jedoch auch weiterhin Helfer gesucht, die auch in den kommenden Wochen die Arbeit weiter vorantreiben. Wünschenswert wäre auch eine Unterstützung durch die Stadtverwaltung Rheinbach, die sich bislang eher zurückhaltend verhalten hat.

Die Spendenbereitschaft und Solidarität sind immens und die Unterstützung reißen nicht ab. Insbesondere Sachspenden, wie Putzmittel, Säuberungsmaterial, haltbare Lebensmittel, Elektroartikel und Küchengeräte werden gerne angenommen. Textilien werden aufgrund eines Überangebotes nicht mehr angenommen. Wir danken allen unseren Helfer*innen vor Ort, die nicht alle namentlich genannt werden können, den Hilfsdiensten, der Feuerwehr, der Polizei und der Bundeswehr für ihre unermüdliche Unterstützung und Hilfe. In diesen schweren Zeiten ist es wichtig zusammenzustehen und unseren Mitbürgern Hilfe zu leisten.

Bild: Hendrik Tenorth