Rückkopplung im Klimasystem

Rückkopplung kennen wohl alle in Deutschland. Die Heizung mit ihren Thermostaten ist ein rückkoppelndes System. Ein System mit negativer Rückkopplung die dafür sorgt die Raumtemperatur im eingestellten Intervall zu halten. Ist die Raumtemperatur zu niedrig sorgt der Thermostat dafür das sie steigt und umgekehrt. Das Hin und Her von Ventil auf und zu ist das „Negative“ an der Rückkopplung. Positiv rückkoppelnd wäre das System wenn der Thermostat bei steigender Temperatur diese weiter erhöhte. Irgendwann hätte die Raumtemperatur unerträgliche Werte. Positive Rückkopplung wäre bei der Heizung negativ fürs Wohlgefühl.

Genau auf diese Art negativ sind die positiven Rückkopplungen im Klimasystem.

Fürs Klima gibt es viele Systeme mit positiver Rückkopplung eben zumeist mit negativer Wirkung. Bildet sich bei Sonnenschein und tauendem Schnee eine kleine Pfütze mit Schmelzwasser wird diese schnell größer. Der Schnee schmilzt am Pfützenrand bevorzugt, weil das dunklere Tauwasser weniger Sonnenlicht reflektiert als der Schnee. Die Rückstrahlfähigkeit nennt man Albedo je niedriger die Albedo einer Fläche, desto höher ihre Temperaturwirkung. Die Pfütze mit ihrer schwächeren Albedo erwärmt sich selbst und ihre Umgebung. Die Pfütze wächst weil es sie gibt – positive Rückkopplung.

Ganz ähnlich bei den großen Eisflächen der Erde. Bilden sich durch die steigenden Temperaturen eisfreie Flächen im arktischen Meereis sorgen diese für weiter steigende Temperaturen und die wieder für weitere eisfreie Flächen. Bildet sich Tauwasser auf den Grönland- oder den Gebirgsgletschern oder allgemein auf Eisflächen geschieht das Analoge wie beim tauenden Schnee. Das bei steigenden Temperaturen steigende Schmelzen erhöht die Temperatur – positive Rückkopplung.

Bei den Gebirgsgletschern kommt ein weitere Effekt hinzu. Beim Schmelzen wird dunkles Gestein freigelegt mit der gleichen Wirkung wie die Pfütze – positive Rückkopplung.

Bei steigenden Temperaturen tauen die Permafrostböden am Polarkreis, etwa im Norden Russlands oder in Alaska. In den Permafrostböden befindet sich eine ungeheure Menge an Biomasse, die im gefrorenen Zustand klimainaktiv ist. Tauen Permafrostböden auf entlassen sie Methan in die Atmosphäre, ein Treibhausgas mit der 25.facher Klimawirkung von CO2. Tauender Permafrost erhöht die lokale und globale Temperatur, die wiederum mehr Permafrostböden zum tauen bringt, die mehr Methan in die Atmosphäre entlassen, das die Temperatur erhöht, die wieder… - positive Rückkopplung.

Mit steigenden Temperaturen nimmt Zahl und Fläche der Waldbrände zu. Die abgebrannte Fläche hat eine geringere Albedo als der Wald. Die Temperatur steigt mehr Wälder brennen - positive Rückkopplung.

Der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt nicht im gleichen Maße wie er von der Menschheit in diese geblasen wird weil die Ozeane sehr viel CO2 aufnehmen. Die CO2 Aufnahmekapazität sinkt mit steigender Temperatur weshalb das Treibhauspotential der Atmosphäre steigt und steigendes Treibhauspotential … positive Rückkopplung.

Mit steigender Temperatur steigt die Verdunstung des Wassers. Wasserdampf ist ein Treibhausgas, also mehr Wasserdampf provoziert höherer Temperatur und höherer Temperatur … positive Rückkopplung.

Im Zusammenhang mit der galoppierenden Klimakatastrophe die sich gerade als Hochwasserkatastrophe zeigt haben wir gelernt höhere Temperatur lässt den Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre steigen. Eine der Ursachen das Hochwassers. Eine andere ist der verlangsamte und dadurch stärker mäandrierende Höhenwind (Jetstream) was zu stehenden Wettern führt mit der Folge von Starkregen über lange Zeit oder ausgedehnte Dürreperioden wie auch erlebt. Das Schwächeln des Jetstream hat seine Ursache in der fallenden Temperaturdifferenz zwischen Äquator und Arktis, weil die Temperatur in der Nähe der Pole schneller steigt als am Äquator. Steigende Temperatur führt zu schwächerem Jetstream, der u.a. die Dürren verursacht die über Brände wieder die Temperatur steigen lassen … positive Rückkopplung. Grund für die unterschiedliche Temperaturerhöhung ist das schwindende Meereis – hatten wir schon als positive Rückkopplung.

Wenn wir unseren Kindern und Kindeskindern eine nicht völlig zerstörte Welt hinterlassen wollen, müssen wir gewaltig gegen die Klimakatastrophe kämpfen auch indem wir unseren eigenen Klimafußabdruck drastisch verkleinern. Klimakatastrophe abschwächen verlangt einen völlig anderen Lebensstil als er in den „entwickelten“ Staaten Gang und Gäbe ist.

In der Sommerpressekonferenz hat die Kanzlerin gesagt, es sein viel aber nicht genug getan worden, um das Ziel zu erreichen unter 1,5° Anstieg zu bleiben. Eine unverschämte Aussage nach 16 Jahren Merkel. Faktisch hat sie gesagt, sie habe beim wichtigsten Thema - der Klimakatastrophe – total versagt. Und das nicht nur in ihrer Regierungszeit: Sie war unter Kohl mal Umweltministerin.

In einigen Jahren wird von ihrer Regierungszeit nicht mehr übrigbleiben als ihr Versagen beim wichtigsten Menschheitsthema.

Peter Schürkes

P.S. Bald ist Bundestagswahl:
Gebt den Rechtsradikalen Klimakatastrophen leugnenden Typen keine Stimme! AfD