Samstags fürs Klima

Seit dem 5.Juni stehe ich samstags wieder von 11-12 vor der Raiffeisen Bank mit fünf Plakaten um die Rheinbacher + Angereiste daran zu erinnern, dass das eigenliche Zukunftsproblen der Klimawandel ist, der mit Sicherheit eine größere Katatrophe darstellt, als die derzeitige Coronakrise.
Ich habe dort schon gestanden von Anfang Juni 2019 bis im März 2020 als der erste Lockdown mich ausbremste. Inzwischen bin ich vollständig geimpft und kann wieder aufnehmen, was mir wichtig ist. Übrigens „wichtig“. Der Andrang den ich erlebe hält sich ausgesprochen in Grenzen. Aber ich werde schon mal gefragt, ob ich glaube mit der Aktion etwas ändern zu können. Man ist von der Antwort überrascht, denn ich sage „nein, glaube ich nicht“. Nach kurzem überraschten Schweigen kommt die immer gleiche zweite Frage: „und weshalb tun Sie es?“. Meine Antwort: „Weil ich es für wichtig halte für etwas, dass man selbst als wichtig erachtet einzutreten“. Das Gespräch ist dann meist mit kopfschüttelndem weggehen beendet.

Ich war 15 Jahre bis anfangs der Jahrhunderts Mitglied der Partei, die seit geraumer Zeit im Sinkflug ist und sich derzeit nur noch aus dem Souterrain zu Wort meldet. Auch dort stießen meine grundsätzlichen Positionen immer auf die, die alles unter dem Blickwinkel Erfolg bei den Wählern betrachteten. Genau das ist, so meine Überzeugung, ein Grund für den Sinkflug und dafür, das sie seit 30 Jahren Politik gegen das Klima macht und denen, denen sie meinten nach dem Mund reden zu müssen den größten denkbaren Schaden angetan haben.
Aber zurück zu den Reaktionen.

Es gibt schon mal welche, die schweigend den Daumen heben, aber mehr noch, die mit dem Kopf schütteln, mit dem Zeigefinger dort hingreifen oder mich mit einem speziellen Köperteil vergleichen. Dann gibt es die mit den dicken tätuierten Armen in ihren ebenso dicken SUV oder „Stadtgeländewagen“. Sie warten meist ein wenig bis sie Platz haben mir zu zeigen, wie der brüllende Hund anspringt. Ähnlich reagieren auch die, die über 60 diese Kisten fahren. Dagegen Frauen, die auf den Dingern kommen und kaum übers Lenkrad sehen können, schauen eher verschämt zur Seite.

Stehe ich samstags an der Raiffeisenbank drängt sich mir der Verdacht auf, Gehirn- und Automasse stünden in umgekehrten Verhältnis zueinander oder ist es eher das Verhältnis von aktivierten Neuronen und entfesselten PS?

Wenn ich angesprochen werde beginnt das Gespräch meist mit ich kann auf das Auto nicht verzichten weil … Nie heißt es eigentlich könnte ich auf das Auto bei… verzichten.
Der zweite Ansatz lautet dann, da sollen doch erst mal die… aufs Auto verzichten. Wovon eigenlich nie die Rede ist, ist, was kann ich tun um meinen Klimfußabruck zu verringern.
Auf einem meiner Plakate steht: „Klimawandelleugner sind uninformiert, ignorant, bestochen oder böswillig. Auf AfD Mitglieder treffen alle Punkte zu, auf ihre Wähler mindestens mehrere davon.
Zu anfangs habe ich geglaubt, es gäbe ein paar Rheinbacher, die sich mit mir eine Stunde in der Woche öffentlich zeigten zu dem was zukünftig wichtig ist. Das war ein Irrglaube, aber selbst bei mir stirbt die Hoffnung zuletzt.

Wie oben gesagt ist Wirkung nicht meine Motivation, dennoch täte es der Sache Klimawandel gut, zeigten sich mehr Rheinbacher um klar zu machen, so geht es nicht weiter.
Peter Schürkes

An dieser Stelle will ich Artikel oder Videos nenne, die mir wichtig erschienen, auch wenn sie zum behandelten Thema nicht passen.

„Geschehen neu gesehen – „Wahre Geschichte“.
Fünf Videos mit dem Thema Zweiter Weltkrieg und Folgendes:
https://www.arte.tv/de/videos/RC-017120/wahre-geschichte/

„Schwarze Adler“ Doku zum Umgang mit schwarzen deutschen Spielern der Fußball Nationalmannschaft mit Rückgezügen in die 1950-er.
https://www.zdf.de/sport/zdf-sportreportage/fussball-dfb-nationalmannschaft-schwarze-adler-doku-100.html