Bananenrepubliken – wo und warum

Im Handelsblatt vom 09.01.2021 stand:
„Ich habe im November Trump gewählt. Heute bereue ich das“, sagte Nelson Peltz dem US-Börsensender CNBC. Die Wirtschaftspolitik des republikanischen Präsidenten würde er zwar nach wie vor begrüßen, so der Chef des Hedgefonds Trian Partners.
Doch der Sturm aufs Kapitol sei „eine Schande. Als Amerikaner bin ich beschämt“. „Wir sind doch keine Bananenrepublik. Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika!“

Nein, Herr Peltz, die USA ist keine Bananenrepublik, ihr habt nur die Länder, die ihr zu eurem Hinterhof zählt zu solchen gemacht um deren Reichtum in eure Taschen zu versenken, so wie ihr das Land welches ihr als eures betrachtet den Ureinwohnern gestohlen habt. Euren Basisreichtum habt ihr Sklaven erwirtschaften lassen, deren Nachkommen wie die der Ureinwohner immer noch Menschen zweiter Klasse sind, weil ihr weiß als überlegen seht und ihr eure Privilegien keinesfalls teilen wollt.

In engeren Sinne sind die mittelamerikanischen Staaten, Teile der Karibik und des nördlichen Südamerikas Bananenrepubliken, die im wesentlichen von der United Fruit Company, heute Chiquita Brands International, dazu gemacht wurden. Bananenrepublik steht für einen Staat, mit Korruption und Bestechlichkeit ohne funktionierendes Rechtssystem, es herrschen wirtschaftliche, politisch-moralische Ineffizienz, Instabilität und staatliche Willkür.
Solche Systeme haben die USA in von United Fruit ausgebeuteten lateinamerikanischen Staaten Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Jamaika, Kolumbien, Nicaragua und Panama gefördert, geschaffen, genutzt und tun es bis heute.

United Fruit hat die Menschen, die in ihren Plantagen gearbeitet haben behandelt wie die US Südstaatler die Sklaven. Südstaatler waren beliebte Antreiber vor Ort eben wegen ihrer Erfahrung in der Sklavenwirtschaft. Die Arbeiter auf den Plantagen wurden mit Gutscheinen „entlohnt“, die nur Wert in den United Fruit eigenen Läden hatten. Wehrten sich die Arbeiter auf den Plantagen wurden sie durch gekaufte Söldner niedergeknüppelt oder getötet. Offizielle und inoffizielle US Militärs halfen gerne.

Praktisch alle Regierenden in den Bananenrepubliken sind korrupte, die Menschenrechte mit Füßen tretende Figuren, die den US-Regierungen „freundschaftlich“ verbunden waren. Sie haben nicht das Wohlergehen des Staatsvolkes im Sinne, sondern ihren persönlichen Reichtum, den ihrer Familien, Cliquen oder Militärs, die sie mit Waffengewalt an der Macht halten.

Lehnte sich eine gerade demokratisch gewählte Regierung wie in Guatemala gegen die US-Ausbeutung auf, sorgten CIA und ähnliche dafür, dass sie durch Militärs abgelöst wurde. Die USA finanzierten die Contra-Rebellen gegen die demokratisch gewählte Regierung in Nicaragua. In Chile halfen die USA dem Massenmörder Pinochet den demokratisch gewählten Präsidenten Allende zu stürzen, der sich anschließend selbst tötete. Ein Beispiel außerhalb des amerikanischen Kontinents: Dass heute eine brutale Religionsdiktatur den Iran regiert ist Ergebnis des von den USA betriebenen Sturzes des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh. Im Gegensatz zu Lateinamerika sind die Mullahs keine Freunde der USA. Sie können dort nicht über Geld und Beziehungen Einfluss nehmen.

Vergessen wir eines nicht, auch wenn Trump durch Biden ersetzt wurde, „America First“ wird nur in andere Tonlage vorgetragen.