Folgen globaler Temperaturänderungen
Das Diagramm ist entstanden in einem „Ergänzungsfach“ in Rheinbach an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Dargestellt sind die gemessenen globalen Temperaturänderungen ab 1958 dem Startjahr der kontinuierlichen CO2 Messungen durch Charles Keeling auf dem Mauna Loa auf Hawaii. Der Startpunkt wurde auch so gewählt, weil erst etwa ab dort eine unzweifelhafte Tendenz nach oben feststellbar ist. Zudem ist die Zeitreihe ausreichend lang für eine Prognose. Mittels der Daten wurde eine Trendkurve berechnet – das liefert jede Tabellenkalkulation. Zum Trend wird auch die Funktion angegeben, die dem Trend zugrunde liegt. Die gewonnene Funktion beschreibt die Messdaten wie man sieht sehr gut. Das erlaubt es den Trendverlauf über den Messzeitraum hinaus fortzusetzen. Was im Diagramm bis zum Jahr 2100 dargestellt ist. Trends sind immer unsicher, aber wenn man nichts besseres hat für eine so existenzielle Entwicklung wie die der globalen Temperatur hat man zumindest einen Eindruck. Damit der Trend – was zu wünschen wäre – falsch und zu drastisch ist, müsste es Anzeichen dafür geben, dass das, was den Prozess treibt – der Ausstoß der Treibhausgase - drastisch verringert würde. Notwendig ist mindesten was im Abkommen von Paris 2015 von den meisten Staaten der Erde beschlossen wurde. Keiner der Staaten ist aber auf dem Weg zum Zieleinlauf nach Paris. Das zeigt ohne große Diskussion die immer noch steigende Keeling-Kurve.

Es ist also durchaus sinnvoll von einem Szenario auszugehen, das der Kurve entspricht und darüber nachzudenken, womit denn bei den einzelnen Gradschritten zu rechnen wäre.

Einen Überblick dazu bietet das 3-Minutenvideo von Mai Thi Nguyen-Kim in ZDF-Quarks:
https://www.youtube.com/watch?v=FoMzyF_B7Bg
+1°C: Schon jetzt gibt es weltweit Dürren oder Überschwemmungen, Stürme, brennende und sterbende Wälder, Temperaturrekorde in den hohen Breiten.
+1,5°C: Die Probleme verschärfen sich. Bewohnte Inseln im Pazifik werden untergehen. Ihre Bewohner werden zu Flüchtlingen. Korallen und Mangrovenwälder verschwinden mit Folgen für den Küstenschutz und den Verlust von „Geburtsstätten“ für Fische.
+2°C: Weitere Verschärfung der Probleme. Wir nähern uns einem der vielen Klimakipppunkte bei denen es kein zurück gibt, dem Verschwinden der Meereisflächen, was die Temperatur weiter antreibt. Besonders in den hohen Breiten, wodurch rund um den Polarkreis der Permafrost auftaut und gewaltige Mengen an Methan zusätzlich in die Atmosphäre kommen, was die Temperatur weiter treibt.
+3°C: Gletscher verschwinden, Flüsse versiegen, Dürren breiten sich weiter aus. Die Regenwälder in Äquatornähe werden verschwinden. Noch mehr Menschen werden fliehen. Kriege um Ressource werden wahrscheinlich geführt. Die Gletscher sind z.B. das Trinkwasserreservoir für Pakistan, eine Atommacht.
+4°C: Die Dürren verteilen sich rund um den Globus und machen riesige Flächen unbewohnbar. Noch mehr Menschen leiden an Wassermangel und sterben an Unterernährung und Hitzestress. Die weltweit größten Küstenstädte werden im Meer versinken. Wieder steigt die Zahl der Fliehenden. Die Kriege um die letzten Ressourcen werden von den reichsten Gesellschaften brutalst geführt werden.

Wer auch nur ein wenig mitdenkt weiß was zu tun ist und besonders welche Parteien man im Superwahljahr nicht wählen kann. Wobei derzeit unklar ist, ob es überhaupt eine gibt, mit einer Politik, die dem Problem angemessen ist. Weshalb man sich wohl nur für das kleinere Übel entscheiden kann.

Microsoft Word Dokument 22.03.2021 123440