Mail an die Ministerin für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft

Sehr geehrte Frau Ministerin Klöckner!

Ihre „Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020“ umfassen 72 Seiten. Sie hätten es kürzer halten können mit einer Todesanzeige, etwa mit folgendem Text:
„Ich, die Ministerin für Landwirtschaft und Forsten trauere um einen geliebten Verstorbenen, den Deutschen Wald. Mit mir trauert das ganze Bundeskabinett. Mit uns trauern alle aktiven und ehemaligen Mitarbeiter meines Ministeriums. Zur Trauerfeier hoffe ich auf die Anwesenheit der von mir vorzüglich geförderten Agrarindustrie, die mich stets so tatkräftig bei der Schädigung des Waldes unterstützt hat. Mögen sich alle BürgerInnen Deutschlands meiner Trauer anschließen. Zur Trauerfeier werde ich den Bundespräsident bitten die Flaggen auf halbmast setzen zu lassen.

Ich bedauere außerordentlich nichts getan haben, als der Wald noch zu retten war. Inzwischen habe ich von ehemaligen Mitarbeitern erfahren, dass es in den 90-ern des 20. Jahrhunderts ein 1.000 Seitenpapier des Bundestages gab, indem wir alle davor gewarnt wurden weiterzumachen wie zu diesem Zeitpunkt, weil das den Wald ruiniere. Das Papier war mir leider nicht bekannt. Entschuldigen Sie bitte, so lange bin ich auch noch nicht Ministerin des MLF und selbst wenn ich davon erfahren hätte, hätte ich wohl Schwierigkeiten gehabt die 1.000 Seiten zu lesen und insbesondere bin ich unsicher ob ich verstanden hätte, was darin steht.

Mit mir trauert insbesondere mein lieber Ministerkollege Andreas Scheuer, der sich wie seine CSU Vorgänger im Amt des Verkehrsministers hervorragend darum bemüht hat den CO2-Strom in die Wälder nicht zu abbrechen zu lassen und so dafür gesorgt hat, dass es dem Borkenkäfer nicht zu kalt wird. Unser beider Anliegen ist es exemplarischen Insektenschutz zu betreiben. Es geht uns beiden dabei nicht nur um den Borkenkäfer. Unsere Schutzbemühungen gelten allen Schadinsekten des Waldes. Insbesondere wollen wir den Eichenprozessionsspinner schützen, der sich so aufopfernd der deutschesten aller deutschen Laubbaumarten annimmt. Wir wollen ihn auch deshalb schützen weil er vom Aussterben bedroht ist, denn seine Nahrungsquelle versiegt in Kürze.

Wenn Sie liebe MitbürgerInnen zur Beisetzung etwas mitbringen wollen, dann sollten es Bäumchen sein, die Sie gerne im Topf aus dem Italien- oder Spanienurlaub mitbringen können – sobald die Coronabeschränkungen den Genuss am Kurzstreckenfliegen nicht mehr trüben.

Ich grüße alle Trauernden, Ihre Julia Klöckner.“
Glauben Sie mir geehrte Frau Ministerin in der Kürze liegt die Würze!

Ihr Peter Schürkes