Verantwortung

Die Grafik zeigt, welchen „Fußabdruck“ die Bewohner der Staaten hinterlassen haben, für die Daten vorliegen. Gezeigt ist der Fußabdruck dieser Staaten sortiert nach seiner Größe. Ein Paar konkrete Beispiele: Curacao liegt auf Position 1 mit dem größten Schlappen, unmittelbar gefolgt von Luxemburg, einigen Golfstaaten, dann die US-Bürger.

Weiter geht es mit Kanada und Australien. Auch die EU-Staaten liegen deutlich vorne mit Deutschland bei Position 12. Das viel gescholtene Brasilien jenseits der Mitte an Position 73. Wie zu erwarten haben fast alle afrikanischen Bürger die kleinsten Schuhgrößen. Den kleinsten Schuh überhaupt haben die Äthiopier. Äthiopiern gegenüber haben wir Deutsche über den betrachteten Zeitraum die 182 fache Verantwortung. Um korrekt zu sein, ist nicht alles, was in den 60 Jahren in die Atmosphäre geblasen wurde auch noch drin, aber es braucht 200 Jahre um es vom Tag des Ausblasens auf 35% zu reduzieren. Dabei ist die Abnahme für alle relativ gleich.

Microsoft Word Dokument 09.02.2021 201910Wenn es um das Erreichen des 1,5°C Ziels geht, macht die Grafik unschwer deutlich, welche Erdenbewohner ganz viel einsparen müssen und welche wenig oder gar nicht oder können sogar noch zulegen, wenn sie es für das Wohlergehen ihrer Menschen brauchen.

Die Grafik macht auch schnell deutlich, wie unsinnig es ist zu behaupten, das Bevölkerungswachstum sei das eigentliche Problem – etwas, was man gar von einzelnen Grünen hört.

Ok, das Beispiel hier ist extrem: Für jedes 1960 in Deutschland geborene Kind hätte Äthiopien um 182 Kinder wachsen können. 1960 als Grenze ist der Verfügbarkeit der Daten geschuldet. Davor haben die Deutschen natürlich auch weit über dem Weltdurchschnitt CO2 in die Atmosphäre geblasen. Ihre Verantwortung ist damit noch deutlich größer.

Wenn es also darum geht die Weltwirtschaft kohlenstofffrei zu machen, haben wir Gewaltiges zu leisten, weil unsere Schuld so gewaltig ist. Von dieser Schuld wissen wir spätestens seit 1990.

In „Dritter Bericht der Enquete-Kommission Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ von 1990 steht welche gewaltige Schuld wir damals schon auf uns geladen hatten und weiterhin laden werden, wenn wir nichts Entscheidendes ändern. Der Bericht ist in mehr als zweijähriger Arbeit von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen auf Basis der Gutachten einer großen Zahl von Wissenschaftlern der passenden Gebiete erstellt und vom Bundestag als Ergebnis beschlossen worden. Es steht auch darin, was wir hätten tun können, um die Katastrophe kleiner zu halten.

Da der Bericht trotz seiner Qualität im politische Alltag nur dem „bla bla bla“ diente, wie Greta Thunberg es formulieren würde, stehen wir heute vor wohlmöglich unlösbaren Problemen und hinterlassen unseren Kindern und Enkeln eine Welt in der wir nicht leben wollten und in der viele der Nachkommen nicht überleben werden.

Wenn man fragt, warum ist nichts geschehen, ist ein Teil der Antwort: Welcher Parlamentarier liest schon 1.000 Seiten. Die meisten von ihnen sind zudem Juristen und in der Regel mathematisch - naturwissenschaftlich unterbelichtet, oft auch stolz darauf. Sie und auch die anderen gierten ausschließlich nach Wählerstimmen. An beidem hat sich seit 1990 nichts geändert.

Festhalten sollte man auch, dass parlamentarische Juristen und alle Regierungen seither glauben und verbreiten, man müsse am Lebensstil nichts ändern. Es wird nicht gehen mit einer Landwirtschaft, die mit Dünger, Pestiziden, rülpsenden Rindern und Soja von Flächen die noch vor kurzem Dschungel waren. Es wird nicht gehen weiter zu betonieren, nicht nur weil bald der Sand dazu ausgeht, sondern weil durch Beton weltweit 2,8 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft gelangen, das sind fast 10% der Emissionen. Es wird nicht gehen weiter billiges Fleisch zu konsumieren. Es wird auch nicht gehen, alle naslang irgendwo zum Gaudi hinzufliegen oder weiter SUW zu fahren oder Lkw Kolonnen die Waren transportieren zu lassen anstatt mit der Bahn. Überhaupt müsste der motorisierte Individualverkehr verschwinden. Man stelle sich etwa vor, die A61 verschwände zugunsten einer Schnellbahnstrecke.

 

Auch die AfD ist ein außerordentliches Klimarisiko und deshalb ist es eine der schlechtesten Idee sie zu wählen

Peter Schürkes