Die Blauen Straßen von Rheinbach

Ein absolut untaugliches Konzept um Radfahren in Rheinbach attraktiv zu machen. Ein Konzept entworfen wohl von Personen, denen es nicht um den attraktiven Radverkehr, sondern darum geht, den Autofahrern das „Verkehrshindernis“ Fahrradfahrer aus dem Weg zu räumen.

Radfahrer suchen den kürzesten Weg von A nach B und werden keine Umwege fahren nur um auf eine der Blauen Straßen zu kommen.

Dieses Konzept wird die Radnutzung in Rheinbach nicht fördern. Das könnte nur gelingen, wenn man ernsthaft an die Beschränkung des automobilen Individualverkehr geht.

Beispielsweise indem alle Einbahnstraßen in Rheinbach für den Radverkehr in beide Richtungen geöffnet werden und der Autofahrer dort wo sicherheitstechnisch notwendig nur Schritttempo fahren darf. Motorisierten Individualverkehr beschränken gehört nicht zum Konzept der Blauen Straßen, wie Punkt drei der „Ideen“ Aufzählung zeigt. Dort heißt es nämlich:
„Keine Verdrängung des Autoverkehrs, kein Wegfall von Parkplätzen“. Damit wird jede klimagerechte Mobilität im Keim erstickt. Meine Prognose: Der ADFC-Fahrradklima-Test wird grottenschlecht ausfallen, so wie in allen Jahren zuvor. Die Stadt Rheinbach hat mit ihrer CDU Mehrheit über Jahrzehnte jede Verbesserung verhindert und tut dies weiter. Deshalb fließt immer noch ein endloser Strom von miefenden Autos durch die Rheinbacher Hauptstraße und nebelt Radfahrer, Fußgänger und insbesondere die ein, die die Außengaststätten genießen wollen.

Das Desinteresse der Politik in Rheinbach am Radverkehr zeigt exemplarisch der einstige Radweg entlang der Turmstraße. Er wurde nicht an das Notwendige angepasst, sondern ist den üppigen Flächen für den motorisierten Individualverkehr - fahrend oder stehend - einfach zum Opfer gefallen. Das allerdings ist das nicht das Werk der CDU allein. Dem Schildbürgerstreich haben (meine ich) alle in Rat zugestimmt. Wie es um die Pflege von Radlern in Rheinbach bestellt ist demonstriert auch der Radweg entlang des Ölmühlenweges.

Sobald man von Merzbach oder Todenfeld kommend auf Kernstadtgebiet stößt, stößt die Trümmerstrecke den Radler aus dem Sattel. Danach braucht er Physiotherapeuten, wenn die denn in Coronazeiten behandeln dürfen.