2021 07 20 OVM Hochwassereinsatz Fotos Julian Müller 5Einsatz des Ortsverbands Much/Neunkirchen-Seelscheid im Krisengebiet Swisttal
Johanniter führten einen Betreuungseinsatz durch

Am 18. Juli 2021 rückten 22 Helferinnen und Helfer des Ortsverbands Much/Neunkirchen-Seelscheid unter Zugführer Christian Debertshäuser erneut in die Überflutungsgebiete auf  der Bonner Rheinseite aus. Dieses Mal galt es, in der Georg-von-Boeselager Sekundarschule in Swisttal einen Betreuungseinsatz durchzuführen.

Verschiedene Bereiche wie Mensa, Registrierung, Einsatzleitung und Technik & Sicherheit waren zu besetzen. Die im Eingang der Schule befindliche Registrierung erfasste stetig Namen, Alter und Anschrift der eintreffenden Betroffenen, um mögliche Vermisstenanfragen von Angehörigen bearbeiten zu können. Die erstellten Listen wurden in regelmäßigen Abständen auch an die Polizei weitergeleitet. Während sich der TeSi-Trupp (Technik und Sicherheit) unter anderem um die Ausleuchtung des Geländes kümmerte, wählte jeder Helfer aus dem fünfköpfigen Mensa-Team unter Gruppenführerin Katja Findeisen seinen Zuständigkeitsbereich (Spülküche, Getränkeausgabe, Speisenausgabe) und widmete sich fortan seinem Aufgabengebiet.

Die Mensa stand nicht nur allen Einsatzkräften und evakuierten Personen offen. Betroffene Anwohner, die zu Hause übernachten wollten, sowie private Aufräumhelfer konnten sich ebenfalls rund um die Uhr dort verpflegen. Dabei kam man ins Gespräch. Bewegt schilderte eine Einsatzkraft des THWs am Abend Eindrücke aus dem Krisengebiet, während er sich schlammverkrustet auf eine warme Mahlzeit, eine Dusche und sein Feldbett freute. Auch die Geschichte eines Anwohners aus einer überfluteten Ortschaft, der mit seinem Transporter von einer Schlammlawine erfasst und von der Straße in ein Feld gespült wurde, ging dem Mensa-Team ans Herz.

Alle Einsatzkräfte schliefen im Schichtbetrieb auf Feldbetten in verschiedenen Klassenzimmern der Schule, um eine 24-Stunden-Bereitschaft sicherzustellen. Während der gesamten Einsatzzeit erreichten die Johanniter stetig aktualisierte Informationen bezüglich der Sicherheit um die Steinbachtalsperre. Am Montagmorgen dann die erleichternde Nachricht: „Die Steinbachtalsperre ist sicher, evakuierte Personen dürfen in ihre Häuser und Wohnungen zurück.“

Es folgte der Abbau von 75 Feldbetten, während Taxis, Busse und Krankentransportwagen die Betroffenen in ihre Wohnungen zurückbrachten. Gegen 18.45 Uhr trat die Johanniter- Fahrzeugkolonne mit allen Helferinnen und Helfern die Heimreise an, während das Fahrzeug NKS KTW 16 noch eine betroffene Anwohnerin in ihre Wohnung zurückfuhr. Um 21 Uhr ging ein kräftezehrender 24-Stunden-Einsatz, der anfangs nur für 12 Stunden angesetzt war, schließlich zu Ende.

Foto: Julian Müller