Mieterbund Bonn fordert: Wiedereinweisung bei Kündigungen auch in Bonn ermöglichen!

Am 27. März wurde weltweit - aufgrund der Pandemie überwiegend digital - der Housing Action Day begangen. Dieser Tag ist in Frankreich entstanden, weil an diesem Tag die Schonfrist für Räumungen über den Winter abläuft.

Der Mieterbund Bonn hat anlässlich des #HousingActionDay2021 auf die stark zunehmenden Räumungen in Bonn hingewiesen.
Diese liegen nicht nur an den Eigenbedarfskündigungen, die Vermieter für sich und ihre Angehörigen aussprechen, weil auch sie auf einem angespannten Wohnungsmarkt nur schwierig Wohnraum finden. Hinzu kommt, dass die Gerichte auch bei geringeren Vertragsverletzungen Mieter zu Räumungen verurteilen.

Was bedeuten Räumungen für Mieter:
Dem Mieter wird in der Regel der Zugang zur Wohnung gesperrt. Er hat dann meist nur 14 Tage Zeit, seine Möbel abzuholen. Danach ist der Vermieter berechtigt, den gesamten Inhalt der Wohnung zu entsorgen. Der Mieter ist meist nicht in der Lage, seinen gesamten Hausrat in dieser kurzen Frist irgendwo unterzubringen.
Die Räumung bedeutet daher oft nicht nur den Verlust der eigenen Wohnung, sondern auch des persönlichen Eigentums. und der Mieter ist meist dann in einer persönlichen, tiefen Krise.
In anderen Städten kann die Stadtverwaltung eine Wiedereinweisung verfügen, wenn tatsächlich kein anderer Wohnraum vorhanden ist.

Der Vorsitzende des DMB Bonn Bernhard von Grünberg: "Es ist Zeit, dass sich die Stadt Bonn auch dieser Instrumente des Mieterschutzes bedient, wie er seit Jahren zum Beispiel in Köln üblich ist. Anlässlich des Housing Action Days habe ich mit Nelly Grundwald, der Geschäftsführerin des Vereins für Gefährdetenhilfe in Bonn über dieses Thema gesprochen. Das Interview beschreibt, wie traumatisch die Situation für Betroffene ist."
Video: https://youtu.be/cBAe-lCW61c