SPD beantragt Weiterfinanzierung des Kompetenzzentrums Frau & Beruf

Das Land wird die Kompetenzzentren Frau und Beruf in NRW ab Mai 2022 nicht mehr weiterfördern, davon betroffen ist auch das Kompetenzzentrum im Rhein-Sieg-Kreis. Die SPD beantragt nun eine vollumfängliche Weiterfinanzierung durch den Kreis.

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf im Rhein-Sieg-Kreis arbeitet sehr erfolgreich. Im Rahmen der NRW-weiten Auswertung Frau und Beruf belegt es den zweiten Platz von insgesamt 16 Kompetenzzentren. Das Zentrum hat u.a. das Netzwerk familienbewusste Unternehmen mit inzwischen 90 Mitgliedern aufgebaut und mehrere Mentoring-Programme für angehende weibliche Führungskräfte durchgeführt.

„Das ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann und die für den Erhalt des Kompetenzzentrums spricht. Umso bedauerlicher ist es, dass der Landrat nach jetzigem Kenntnisstand lediglich eruiert, ob eine Fortführung in reduzierter Form durch die Wirtschaftsförderungen des Kreises und der Stadt Bonn möglich ist“, kommentiert Nicole Männig-Güney, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Digitalisierung und Tourismus.

Kompetenzzentrum überaus wichtig für den Arbeitsmarkt der Region

Das Kompetenzzentrum ist ein Kooperationsprojekt der Wirtschaftsförderungen des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn, das seit 2012 vom Land und der Europäischen Union finanziell gefördert wird. In der Vorlage der Verwaltung zum Ausschuss für Wirtschaft, Digitalisierung und Tourismus heißt es, dass das Kompetenzzentrum überaus wichtig sei für den Arbeitsmarkt der Region sei - auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie „haben die Themenfelder Frau und Beruf noch mehr an Bedeutung gewonnen.“

„Die Vorlage der Verwaltung betont die Einzigartigkeit des Kompetenzzentrums und hebt die erfolgreiche Arbeit für die Unternehmen und Frauenförderung in unserer Region deutlich hervor. Also müssen wir im Kreis jetzt alles daransetzen, das Erfolgsprojekt auch finanziell weiterzuführen“ erläutert die sozialpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion, Anna Peters, das Ansinnen hinter dem Antrag ihrer Fraktion. Fraktionsvorsitzender Denis Waldästl ergänzt: „Die Corona-Pandemie hat auch unsere lokale Wirtschaft getroffen. Gerade jetzt müssen wir an den richtigen Stellen investieren und dazu gehört auch die Wirtschaftsförderung und die Förderung von Frauen in den Unternehmen vor Ort.“

„Die Pandemie hat vor allem Frauen schwerer getroffen“

Auch der Zeitpunkt, dieses Angebot zur Förderung von Frauen in der Berufswelt zu reduzieren, ist aus Sicht der SPD-Fraktion vollkommen falsch gewählt und muss notfalls mit kreiseigenen Mitteln fortgeführt werden. „Die Pandemie hat Frauen schwerer getroffen als Männer. Sie haben in der Tendenz mehr zurückgesteckt, um Zuhause die Kinderbetreuung und Home-Schooling zu übernehmen. Daher ist es jetzt umso wichtiger, dass Projekte zur beruflichen Förderung von Frauen weiterbetrieben und ausgebaut werden, statt sie zu reduzieren“, so die stellv. Fraktionsvorsitzende Katja Ruiters abschließend.